Dorfchronik

Aus alter Zeit ließe sich über die drei Dörfer vieles berichten:
Dorfchronik von Ingrid Weirich anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Gemischten Chor "Die Bachfinken" e.V. 2009


In den Heupweiler Flurbezirken Geiershübel und Heiligenhübel barg man Funde aus vorrömischer Zeit. Auf dem „Beel“ wurden zwei Löwen aus Sandstein gefunden, die von einem römischen Grabdenkmal herrühren. Sie stehen heute im Birkenfelder Museum.
An dem Weg über die Böschweiler Höhe nach Wilzenberg fand man in zwei Hügelgräbern Bronzeringe aus der Zeit um 1000-500 v. Chr.

In Böschweiler stand der Widdemhof des Brombacher Pfarrers, es waren zwei Gebäude. Vor der Reformation musste der Hof Abgaben an den Pfarrer entrichten. Im Volksmund hält sich die Überlieferung, der Widdemhof sei ein Kloster gewesen. Der „Widdem“ befindet sich heute noch im Besitz der Brombacher Kirche.

Burbach wird im Jahre 1338 urkundlich genannt. Johann III von Sponheim gab seinen hiesigen Eigenbesitz dem Kurfürsten Balduin von Trier als Lehen auf und empfing nunmehr den ganzen Ort als Lehen. Johann III war der Sohn der streitbaren Gräfin Lauretta. 

Im 14. Jahrhundert besaß die Obersteiner Kirche einen Hubhof auf Burbacher Gemarkung, den im Jahre 1508 Früoffs Hans und Reubers Hen innehatten.

Der Salingshof wurde von Herrn Saling aus Oberstein erbaut, nachdem dieser bei dem Bau der Nahebahn Geld verdient und dann Land von der Gemeinde Burbach gekauft hatte. Diesen Hof verkaufte Saling später an Herrn Scherer aus Brücken, der, aus Amerika zurückgekommen, an ein einsames Leben gewöhnt war. Die Familie Scherer gab schließlich das Leben in der Einsamkeit auf und lebt heute in Rimsberg. 
Unterhalb Burbach, auf der linken Seite des Hambachs, lag die Siedlung Klaffweiler, die wahrscheinlich im Jahre 1438 nicht mehr bewohnt war. Das Land wurde zwischen Burbach und Brombach aufgeteilt. Zu Beginn des Jahrhunderts stand unterhalb von Heupweiler eine Lohmühle und in Böschweiler arbeitete eine gut gehende Gerberei, aus der die Bauern der Umgebung ihr Sohlleder bezogen.

Die bis zum Jahre 1933 eigenständigen Gemeinden Burbach, Böschweiler und Heupweiler wurden am 01. Oktober 1933 als Folge der Neugliederung durch ein Gesetzblatt des Freistaates Oldenburg zwecks Verwaltungsvereinfachung zu einer Gemeinde vereinigt. 
Das ist das Geburtsdatum des jetzigen Niederhambachs. 

Die Gemeinde Niederhambach umfasst neben den drei Dörfern die so genannte Burbacher Siedlung (drei im Jahre 1936 neu errichtete Bauernhöfe von Karl Schuch, Fritz Müller und Karl Zimmer) mit einer Gesamtfläche von 977 ha. Dieses Hecken-, Wiesen- und Ackerland befindet sich größtenteils in Privatbesitz bzw. im Besitz einer Erbengemeinschaft. Mit der Zusammenlegung des Landes war schon in oldenburgischer Zeit (vor 1937) begonnen worden, die preußische Verwaltung brachte durch andere Gesetze eine Verzögerung und schließlich setzte der Kriegsbeginn dem Vorhaben ein Ende. 

Erst im Jahre 1955 konnte die Zusammenlegung abgeschlossen werden. 
Seit dieser Zeit änderte sich die bäuerliche Struktur wesentlich. Es war ein Rückgang der bäuerlichen Betriebe und ein stetiger Anstieg der Arbeiterschaft zu beobachten. 
Viele Einwohner fanden Beschäftigung bei der Bundeswehr und den Amerikanern und so litt denn auch die Landwirtschaft.

 

Anfang der 50er Jahre waren noch zwei Mühlen im Betrieb (Walter Fettig aus Böschweiler und Ewald Kirsch aus Heupweiler) und ein kleines Sägewerk (Mayer aus Böschweiler), es gab zwei Schuhmacher (Ferdinand Wißmann aus Böschweiler und Hermann Bock aus Burbach), einen Anstreicher (Otto Schmidt aus Böschweiler) und einen Dachdecker (Hugo König aus Burbach), einen Schmied (Albert Frühauf aus Burbach) und zwei Kolonialwarengeschäfte (Ilse Finck aus Burbach und Otto Hüther aus Böschweiler). 
Gasthäuser gab es in allen Ortsteilen: In Burbach Gasthaus Hey, in Böschweiler Gasthaus Veek und Gasthaus Hüther mit Kegelbahn und in Heupweiler Gasthaus Weber mit Saal, wo in den Jahren 1948/1949 die gereimten Witze, Sketche und das Theaterlaienspiel seinen Ursprung fanden.

 



Im Jahre 1959 hat sich die Familie Finck einen Fernseher gekauft. Es war der erste Fernseher in Niederhambach. Dieses Gerät wurde dann auch von Freunden, Nachbarn und vielen Dorfbewohner gerne angenommen. Wenig später eröffnete die Familie Finck neben ihrem Dorfladen auch noch eine Flaschenbierhandlung im Ortsteil Burbach.

Am 2. Oktober 1962 wurde die neue, modern eingerichtete Schule bezogen. Außer den zwei Klassenräumen waren ein Gruppenraum, eine Pausen- und Gymnastikhalle und ein Werkraum vorhanden. Die Anlage war mit allen Geräten und Einrichtungen und einer ausgezeichneten Sportanlage versehen. In der Schule gab es eine umfangreiche Schülerbibliothek, Landkarten und ein Radio. 
Leider wurde in der neuen Schule in Niederhambach nur sieben Jahre unterrichtet. 
Am 28. August 1969 öffneten sich die Tore der Hauptschule Niederbrombach, auch für die Schulkinder der hiesigen „Zweiklassigen Simultanen Volksschule“ in Niederhambach. 

Anfang des Jahres 1970 wurde von der Gemeinde beschlossen, dass die ehemalige Schule als Gemeinschaftshaus umgebaut wird. An der Umbaumaßnahme beteiligte sich der gemischte Chor mit großem Engagement. Ende des Jahres war die Umbaumaßnahme abgeschlossen.

Am 25. März 1971 wurde von den Bachfinken die „Löwenkirmes“ ins Leben gerufen. Die Kirmes wurde im Mai 1971 erstmals gefeiert.

Der Gemeinderat beschloss im Jahre 1985 den Bau einer Leichenhalle auf dem Friedhof. Mit viel Eigenleistung der Bürger von Niederhambach konnte die Leichenhalle 1986 fertig gestellt werden.

Nachdem die Wasserversorgung neu verlegt und Niederhambach an die Steinbachtalsperre angeschlossen wurde, sind die gemeindeeigenen Quellen Königsbrunnen, Buchenbrunnen und Eichmerschrech gefasst und zu Dorfmittelpunkten umfunktioniert worden. Der Königsbrunnen in Heupweiler wurde im Jahre 1987 festlich eingeweiht.

Frau Hansi West hat im Jahre 1989 in Heupweiler eine Malschule eröffnet. Viele Jugendliche und Erwachsene aus der näheren und weiteren Umgebung von Niederhambach haben in der Malschule West mit Begeisterung die Kunst der Malerei erlernt.

 



In Verbindung mit der Löwenkirmes am 26. Mai 1991 wurde die Dorfglocke eingeweiht. Diese befindet sich auf dem Dach des Gemeinschaftshauses und läutet täglich um 7.00, 12.00 und 18.00 Uhr sowie an Beerdigungen und Beisetzungen auf dem Niederhambacher Friedhof.

 




Ein fester Bestandteil in der Gemeinde Niederhambach ist die Feuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr Niederhambach ging im Januar 1966 mit ihrer Gründung aus der vorher bestehenden Pflichtfeuerwehr hervor.
Vom 04. bis 07. Juli 1997 feierte man das 30 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Niederhambach in Verbindung mit dem Feuerwehrtag der Verbandsgemeinde Birkenfeld. Auch gibt es einen Förderverein in der Freiwilligen Feuerwehr Niederhambach, der die Wehrangehörigen tatkräftig unterstützt.

Noch ein relativ junger Verein ist der Sportverein Niederhambach. Gegründet wurde der Sportverein 1977 auf Initiative einiger fußballbegeisterter Männer. Mit großer Zufriedenheit kann man feststellen, dass der SV Niederhambach zu einer festen Größe herangewachsen ist und weit über die Grenzen des Kreis Birkenfeld bekannt ist.
Innerhalb des Sportvereins hat man einen Förderverein gegründet, der die Aktivitäten im Verein und bei Veranstaltungen unterstützt.

Im Jahre 2008 wurde in Niederhambach ein Tierschutzverein, die Tierhilfe „Obere Nahe“ e.V. gegründet. 


In den letzten Jahren fand ein erheblicher Strukturwandel statt. Viele reine bäuerliche Betriebe und Nebenerwerbsbetriebe mussten Ihre Landwirtschaft aufgeben, weil sie nicht die finanzielle Möglichkeit hatten, sich an der Modernisierung und Aufstockung der Betriebe zu beteiligen. Des weiteren fehlte es an Nachwuchskräften für die bäuerlichen Betriebe.

Heute fahren die berufstätigen Menschen zur Arbeit in die umliegenden Städte und Dörfer.

Durch den Verkauf von Heckeneigentum wurde es immer schwieriger, das turnusgemäße Abholzen des Waldes durch die Heckengesellschaft zu bestimmen. Es war mittlerweile soweit, dass sich ca. 180 ha Wald und Hecken im Privatbesitz einer einzigen Person befanden. Mit dem Eigentümer wurde verhandelt und man legte diese Fläche in einer Gemarkung zusammen.
Jedem Eigentümer, der noch im Besitz von Anteilen war, legte man die Anteile zu einer Parzelle zusammen.

Die Gemeinde Niederhambach gehört zum Kirchspiel Niederbrombach.
Die Kirche auf einer Anhöhe über dem Ort Niederbrombach trägt den Namen „Maria Magdalena Kirche“. Das Basilika-ähnliche Bauwerk stammt aus dem 14. Jahrhundert, jedoch sind auch Bauteile und Sarkophage vorhanden, die wesentlich älter sind und bis ins 11. Jahrhundert zurück gehen können. Seit dem Jahre 1557 wird die Kirche als evangelisches Gotteshaus genutzt. 


Die Schulkinder aus Niederhambach besuchen die Regionale Schule Birkenfeld/Niederbrombach, die Realschule in Idar-Oberstein oder das Neusprachliche Gymnasium in Birkenfeld.

Die Kindergartenkinder werden im Kindergarten Niederbrombach betreut, wo auch die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung gegeben ist. 

Die Altersstruktur der Niederhambacher Einwohner gliedert sich wie folgt:
bis 9 Jahre: 24 

10-19 Jahre: 21 

20-29 Jahre: 44 

30-39 Jahre: 41 

40-49 Jahre: 55 

50-59 Jahre: 61

60-69 Jahre: 49

70-79 Jahre: 25

80-89 Jahre: 14

90-99 Jahre: 1

In Niederhambach gibt es (geschätzte Angaben):
zugelassene PKWs: 213
zugelassene Motorräder: 8
zugelassene Mopeds: 2
zugelassene Roller: 4
zugelassene Quads 3
zugelassene Traktoren: 20
Handys 228
Fernseher mit Sat-Anschluss: 159
PCs mit Internet-Anschluss 115

Handwerkliche Betriebe in Niederhambach sind folgende:
Dachdeckerbetrieb Hans-Walter Schäfer
Autowerkstatt Freimut Barth
Tiefbauunternehmen Frank Böß
Fliesenlegerbetrieb Andreas Christmann
Goldschmiedewerkstatt, Fahrzeugersatzteile/Reparaturwerkstatt Ulrich Hütsch
Wildspezialitäten und Imkerei Lothar Veek
Energiesysteme und Solartechnik Ralf Schröder
Bioladen Marita Ahlers

Gaststätten in Niederhambach:
Gasthaus Weber / Campertreff, Albert Weber, Heupweiler
Gasthaus Eule, Waltraut Thees, Böschweiler

Landwirtschaftliche Betriebe / Nebenerwerbsbetriebe:
Hartmut Roth, Michael Müller, Kuno Kemmer, Walter Böß, Lothar Weber

Hobbylandwirte:
Elvira Degen, Kurt Emert, Walter Ruppenthal, Peter Schwarzbach, Hannah Sauer, Lothar Veek


Zur Infrastruktur der Gemeinde Niederhambach ist mit dem heutigen Stand folgendes zu sagen:
Die Wasserleitung wurde Ende der 80er Jahre erneuert. Die Arbeiten der Abwasserentsorgung wurden 1997/1998 durchgeführt. Das Abwasser fließt in die Kläranlage in Kronweiler, die 1996 fertig gestellt wurde. 

Die Gemeinde hat im Ortsteil Böschweiler im Jahre 2000 ein Neubaugebiet erschlossen. Dort sind inzwischen 9 Häuser gebaut worden. 4 Bauplätze stehen noch zum Verkauf an. Daneben gibt es weitere Bauplätze, die sich im Privatbesitz befinden.

Im Ortsteil Heupweiler sind die Häuser der Familien Fettig, Schwarzbach und Rittmann restauriert und auch zum Teil in Sanierungsprogramme eingebunden worden.

Der Straßenausbau ist inzwischen abgeschlossen, die Bürgersteige sind angelegt und die Straßenbeleuchtung ist erweitert worden. Aus Kostengründen konnte keine Straßenbeleuchtung zwischen den Ortsteilen angelegt werden. Auch der Ausbau eines Radweges von Burbach bis hin zum Ferienpark Hambachtal war aus Kostengründen nicht möglich.

Die Gemeinde besitzt neben dem Friedhof einen Eichenwald von ca. 3000 qm Fläche, der zur Anlegung eines Ruheforstes dienen soll. 

Der Dorfplatz in Böschweiler soll in absehbarer Zeit neu gestaltet werden. 

Für die Umbau– und Sanierungsmaßnahmen am Gemeinschaftshaus liegen dem Gemeinderat die ersten Planungen der Architekten vor. 

Niederhambach beteiligt sich an dem Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ und hat in der Hauptklasse den 1. Platz belegt.

Diese Zeilen wurden geschrieben aus Anlass des 125 jährigen Jubiläums des gemischten Chores „Der Bachfinken“ vom 03. bis 05. Juli 2009.

Besuchen Sie unser schönes Niederhambach, sei es mit einer Autofahrt, Fahrradtour oder einer Wanderung am Fuße des südlichen Hunsrücks in der Verbandsgemeinde Birkenfeld. Sie werden sicher begeistert sein von unserer schönen Heimat.